Logopädie für Erwachsene
Ob als unbehandelte Störung aus der Kindheit oder als Folge einer Überbelastung oder Krankheit - auch Erwachsene leiden oft unter Problemen mit Sprache, Sprechen, Stimme oder Schlucken.
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Logopädie für Erwachsene

Mit Geduld zum Erfolg

Ob durch berufliche Be- oder Überlastung oder in Folge einer Krankheit, besonders Erwachsene stehen bei einer Sprech- oder Sprachstörung vor großen Herausforderungen. In Arbeit, Familie und vielen weiteren Bereichen des täglichen Lebens ist es unumgänglich, sich verständlich machen zu können. Doch das ist oftmals gar nicht so leicht. Im Folgenden stelle ich Ihnen einige der häufigsten Störungsbilder bei Erwachsenen vor, die ich in meiner Praxis behandle.

Neurologische Erkrankungen

Mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Menschen mit neurologischen Erkrankungen, wie beispielsweise Parkinson, MS oder ALS. Die Krankheiten gehen oftmals langsam und fortschreitend mit Beeinträchtigung des Sprechens oder des Schluckens einher. Dies hat komplexe Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen zur Folge. Aber auch nach einem Schlaganfall, wenn von dem ein auf den anderen Tag alles anders ist, haben Patienten zur Folge mit sprachlichen Problemen zu kämpfen. Die drei häufigsten sprachlichen Folgen neurologischer Erkrankungen oder eines Schlaganfalls sind: Aphasie, Dysarthrie/Dysarthrophonie und Dsyphagie.

Aphasie

Betroffene können eigene Gedanken sprachlich als auch mündlich nicht mehr richtig formulieren und gehörte oder gelesene Mitteilungen werden in normaler Geschwindigkeit nicht mehr richtig verstanden. Die Intelligenz ist davon nicht betroffen, lediglich können die Gedanken nicht mehr richtig vermittelt werden. In der Behandlung wird wieder Schritt für Schritt die Kommunikation mit der Umwelt gelernt. Hier werden auch Angehörige und Pflegekräfte in die Therapie miteinbezogen, damit im Alltag an dem Problem gearbeitet werden kann.

Dysarthrie/ Dysarthrophonie

Hier ist die Sprache im allgemeinen Sinne, wie bei der Aphasie nicht gestört, lediglich wird das Sprechen durch Lähmungen oder Koordinationsstörungen der Organe erschwert. Das Sprechen kann undeutlich, verwaschen, zu leise oder zu laut, zu schnell oder zu langsam sein. In der Behandlung steht das Wiedererlernen normaler Sprechbewegungen im Vordergrund.

Dysphagie

Nach einem Schlaganfall kann es zu einer Störung des Schluckablaufs kommen, wenn Teile des Gehirns betroffen sind. Die Patienten, die darunter leiden, verschlucken sich, husten und können sogar erbrechen. Dabei besteht die Gefahr, dass Nahrung, Flüssigkeit oder Speichel in die Atemwege gelangen können. Im schlimmsten Falle kann daraus eine Lungenentzündung entstehen. Während der Therapie wird der korrekte Ablauf der Schluckbewegung stimuliert und trainiert. Zudem werden Übungen zur Kräftigung der Muskulatur und zur Steigerung der Sensibilität im Mundbereich durchgeführt.

Gesichtslähmung

Neurologische Erkrankungen, Tumore, Schlaganfälle, Infektionen oder Entzündungen der Gesichtsnerven können zur Lähmung von Teilen der Gesichtsmuskulatur führen, der Fazialisparese. Oftmals ist nur eine Gesichtshälfte betroffen, sodass ein Mundwinkel herabhängt oder ein Auge nicht mehr richtig schließt. In der Therapie wird die betroffene Muskulatur sensibilisiert und aktiviert, um wieder zu der alten Balance im Gesicht zu finden.

Stimmstörungen

Stimmstörungen im Erwachsenenalter treten sich nur bei Berufssprechern auf, sondern können auch durch falsche oder gesteigerte Beanspruchung der Stimme auftreten. Es kann zu dauerhafter Heiserkeit oder Schmerzen beim Sprechen auftreten. Stimmstörungen können auch nach bestimmten Operationen, wie beispielsweise nach einer Schilddrüse Operation zum Vorschein kommen.

Artikulationsstörungen

Artikulationsstörungen treten bei Erwachsenen seltener auf, als bei Kindern. Aber auch hier kann es beispielsweise zu Näseln, Rhinolalie und Lispeln, Sigmatismus kommen. Vor allem in Sprecherberufen können diese Störungen Probleme bereiten. Eine Artikulationstherapie kann auch im Erwachsenenalter noch sehr hilfreich sein, wenn durch die Probleme eine Einschränkung vorliegt.

Stottern und Poltern

Beim Stottern kommt es zu Unterbrechungen des Redeflusses, die den Sprecher scheinbar unkontrollierbar überfallen. Stottern kann unterschiedliche Symptome haben: Wort- und Silbentrennung oder -Wiederholungen, Verzögerungen und Dehnungen bis hin zu regelrecht krampfartigen Blockaden. Beim Poltern ist das Hauptproblem die Geschwindigkeit. Das Sprechen wirkt hastig und überstürzt. Silben werden nicht deutlich ausgesprochen oder ganz weggelassen. Oftmals ist dem Betroffenen das Poltern gar nicht richtig bewusst. Er wird nur schlechter verstanden und auf seine Sprache angesprochen. In der Therapie wird die Koordination von Atmung, Stimme und Artikulation trainiert, sowie auch den Einsatz von Betonung und Akzentuierung erlernt. Die neu erlernten Methoden werden dann im Alltag etabliert, wo sie sich dann langsam auch verfestigen sollen.

Myofunktionelle Störung – „Falsches Schluckmuster“

Meist wird diese Störung erst bei einem Besuch beim Kieferorthopäden erkannt. Erwachsene Patienten suchen einen Zahnarzt oder einen Kieferorthopäden, aufgrund von Kiefergelenkproblematiken oder Zahnstellungsproblemen auf. In kleinschrittigen Übungen werden in der Behandlung ein systematisches Training der Mundmuskelfunktionen durchgeführt, die korrekte Zungenruhelage und das richtige Schluckmuster etabliert und eingeübt.

CMD - Craniomandibuläre Dysfunktion

Der Fachbegriff bedeutet übersetzt etwa „Fehlfunktion im Zusammen­spiel zwischen Schädel und Unterkiefer“. Diese Fehlfunktion kann starke Schmerzen auslösen. Beteiligt sind dabei Zähne, Kiefer­gelenke und Kaumuskulatur mit Aus­strahlung in den Kopf, die Nacken- oder Schulterregion.
CMD wird meist vom Zahnarzt oder Kiefer­orthopäden diagnostiziert. In aus­geprägten Krankheits­bildern begleiten inter­diszi­plinäre Maß­nahmen die Gesamt­behand­lung. Dabei können wir als speziell geschulte Logo­päden die zahn­ärztliche Behandlung gezielt begleiten.